Mittwoch, 17. September 2008

Coloniales (2)

„Pummerin statt Muezzin“

Am kommenden Wochenende treffen sich Nazis, Rassisten, Rechtsextreme und andere Braungebrannte aus ganz Europa auf dem Kölner Heumarkt. Anlass ist ein sogenannter „Anti-Islamisierungskongress“, ausgerichtet von der Partei, die sich „pro Köln“ nennt. Um sich ein Bild der dort eingeladenen Redner machen zu können, seien hier deren charakteristischste Sprüche und Aktionen einmal versammelt:

„Dieser Antiislamisierungskongress soll in die Geschichte eingehen, als der Tag, an dem europäische Patrioten aufstanden, um der islamischen Erstürmung unserer Vaterländer endlich Einhalt zu gebieten.“
(Henry Nitzsche, deutscher Bundestagsabgeordneter, bis 2006 für die CDU, seit seinem Austritt fraktionslos, im „Grußwort“ an die Veranstalter)

„Deutschland (soll) nie wieder von Multikultischwuchteln in Berlin regiert“ werden.
(Henry Nitzsche auf einer CDU-Veranstaltung vor 2006, zitiert nach: Ohrenzeugen)

In Turin zündete er die Zelte von Einwanderern an. In einem Zug besprühte er mit einem Reinigungsspray Bänke, auf denen zuvor nigerianische Prostituierte gesessen hatten. Mit seiner Partei verfolgt er die Strategie, potenzielle Moscheebaugelände durch eine Begehung mit Schweinen zu „infizieren“.
(Die Nazi-Beobachter von indymedia über Mario Borghezio, EU-Abgeordneter für die Lega Nord, Italien)

„Wir dürfen es nicht zulassen, dass (...) vor unseren Häusern Moscheen errichtet werden, in unseren Schulen die eigenen Kinder als ´Schweinefleischfresser´ beschimpft werden, dass unsere Töchter den gierigen Blicken und Händen ganzer Zuwandererhorden ausgesetzt sind, weil diese keinerlei Verständnis für die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft haben.“
(Der FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Grußwort an pro Köln. Wegen Wahlkampfaktivitäten sagte er seine Teilnahme kurz vor dem Kongress wieder ab.)

„Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es konventionelle Meinung ist, dass sechs Millionen Juden vergast und eingeäschert und zu Lampenschirmen gemacht wurden. Es war auch mal konventionelle Meinung, dass die Erde flach sei (...)“.
(Der Holocaustleugner, Antisemit und Führer der British National Party Nick Griffin, England. Er wurde zwischenzeitlich und stillschweigend vom Kongress wieder ausgeladen. Zitiert nach: Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)

„Ich glaube an die Ungleichheit der Rassen.“
(Jean-Marie Le Pen, Vorsitzender der Front National, Frankreich, Er stand monatelang auf der Rednerliste, obwohl er angeblich nie zugesagt hatte.)

„Daham statt Islam“
„Für die Ärmsten der Armen und nicht die Wärmsten der Warmen“
„Pummerin statt Muezzin“
(Wahlkampfparolen der österreichischen FPÖ; für die Übersetzung der letzten wäre ich dankbar, B.I.)

„Die Polizei muss gegen Gewalttäter (...) in Köln hart durchgreifen. Schnellrichter sollten bereitstehen, um möglichst viele linke Politrandalierer an Ort und Stelle aburteilen zu können.“
(Manfred Rouhs, pro Köln)


Darauf ein dreifaches: „Kein Kölsch für Nazis!“

1 Kommentar:

Stefan hat gesagt…

scheint eine Glocke zu sein...

http://www.ostarrichi.org/wort-10805-atde-Pummerin.html

Gruß
Stefan